0 Bergerlebnisse, Kulinarik

Manchmal muss man eben verrückt sein

Ich erinnere mich noch an meinen ersten Besuch in der VINNOVA und das Gefühl in meiner Snowbard Kleidung völlig fehl am Platz zu sein. Und an den schnellen Sinneswandel, dass ja jeder der dorthin käme, ähnlich aussehen würde, also setzte ich mich und schaute mich zuerst einmal um. Zuvor hatte ich schon Fotos von den verschiedenen Bauabschnitten sowie Renderings gesehen, aber so ganz fertig hatte ich das Lokal noch nicht gesehen. Aber: es ist wirklich schön geworden und eine geniale Geschichte! Wenn auch außergewöhnlich, ist man doch eher die gemütlichen rustikalen Berghütten gewöhnt.

Bei diesem ersten Besuch trank ich „nur“ einen Kaffee. Wobei „nur“ hier wohl nicht ganz richtig ist. Der Kaffee hat wunderbar geschmeckt! Dazu erfreute ich mich schon allein an der Präsentation des Kaffees. Statt einer normalen Untertasse bekam ich in der VINNOVA ein schickes Holzbrett, auf dem die Kaffeetasse, ein keines Schüsselchen für Plätzchen und ein Löffel Platz finden. Doch der Löffel liegt nicht einfach auf dem Brett –  hier gibt es einen besonderen Clou: im Brett ist ein kleiner Magnet eingelassen, der dafür sorgt, dass der Löffel an seinem Platz bleibt. Nur ein kleines Detail, aber eines an dem ich viel Freude hatte!

Nun aber zur Weinprobe, dem neuen Bergerlebnis in der Silvretta Montafon. Da unsere Gäste in der VINNOVA natürlich nicht nur Kaffee, sondern auch und vor allem Wein trinken können, wird ihnen mit der Weinprobe ein tolles Erlebnis geboten. Das Angebot richtet sich sowohl an Weinkenner als auch an Möchtegern-Weinkenner wie mich (solche die gerne Wein trinken aber eigentlich keine Ahnung haben). Wenn ich vor der Auswahl eines Weines stehen würde, würde ich mich vermutlich für einen Wein entscheiden dessen Namen ich kenne, somit wären gefühlte 90 von 100 Weinen aus dem Rennen. Wieso also nicht von einem erfahrenen Sommelier mehr über die edlen Tropfen in der VINNOVA erfahren? Danach würde ich mich bestimmt zu recht „Hobby-Gourmet“ nennen können.

Ich komme also nach ein paar sehr kalten und verschneiten Abfahrten in Vorarlbergs höchster Weinstube an und bin tatsächlich ein bisschen aufgeregt. Die VINNOVA ist gut gefüllt und die Gäste scheinen sich in der besonderen Atmosphäre pudelwohl zu fühlen. Da kommt auch schon Tom, der Sommelier, und begrüßt uns mit seiner herzlichen und offenen Art. Er zeigt uns, wo wir Platz nehmen können und erklärt uns kurz wie die Weinprobe ablaufen wird.

Zuerst sollen wir uns aus sieben Dreier-Kombinationen eine aussuchen. Zur Auswahl stehen an diesem Donnerstag „Willkommen in Österreich“, „Außergewöhnliche Weißweine für den außergewöhnlichen Geschmack“, „Chardonnay ist wie ein Paar Schuhe“, „Manchmal muss man verrückt sein“, „Pinot Sensation“, „Wuchtige und kraftvolle Tannine“ und „Tom’s private Wahl“. Wer die Überschrift gelesen hat, weiß für welche Kombination ich mich entscheiden habe. Wie schon angekündigt, wollte ich meinen Wein-Horizont erweitern, meine Auswahl enthielt also nur Weine von denen ich nie zuvor gehört hatte – perfekte Voraussetzungen! Ich verköstigte einen „Wieninger“ (Gemischter Satz aus Österreich), einen „Krug-Privat Weiß“ (Orange Wein aus Österreich) und einen „Château Cabrieres“ (Châteauneuf du Pape aus Frankreich). Meine Gedanken: Gemischter Satz? Was soll das sein? – Existiert wohl nur in Österreich. Oranger Wein? – Seltsam. Kann nur gut sein! Und ein kleines Schlösschen? Das klingt edel!

An unserem Tisch saßen sieben Personen. Diese sieben Personen schafften es fünf verschiedene Kombinationen zu wählen, somit hatte Tom allerhand zu tun, als er uns die 15 Weine erklärte. Wobei hier von erklären nicht die Rede sein kann, er hatte eine kleine Geschichte zu jeden Wein auf Lager, die es uns ermöglichte die Weine wirklich zu schmecken und verschiedene Geschmacksnoten herauszufiltern. Ja sogar ich, konnte seinen Gedanken folgen und schmeckte verschiedene Dinge in meinen Weinen.

Tom sprach von Weinen z.B. als kleine Jungen, die spielen wollten und ein wenig aggressiv sind, die noch älter werden müssten um sich zu beruhigen. Andere Weine waren dabei uns zu verarschen (ich bitte die Wortwahl zu entschuldigen), mit uns Mau-Mau zu spielen, sie spielten uns vor, halbtrocken zu sein, obwohl sie trocken waren! So eine Frechheit, dachte ich mir… Der Sommelier schaffte es, uns alle auf eine äußerst amüsante und sehr interessante Reise zu verschiedenen Weingütern rund um die Welt mit zu nehmen!

Ich muss zugeben, zu mancher Zeit, ein bisschen überfordert gewesen zu sein. Sollte ich nun ein Glas nach dem anderen trinken, oder doch immer mal wieder einen Schluck von jedem Wein trinken? War es gut einen weißen, einen orangen und einen roten Wein zu mischen? Durfte ich vor dem Trinken von den köstlichen Kleinigkeiten des „Winzervespers“, bestehend aus köstlichem Käse und Schinkenkreationen kosten, oder doch erst danach? Würde der Käse den Geschmack des Weines verfälschen, oder vielleicht sogar betonen? Zum Glück gibt es genau für diese Fragen einen Spezialisten vor Ort.

Während ich also da saß, den Geschichten lauschte, durch das große Panoramafenster in die Bergwelt blickte, meine Gläser ganz professional schwenkte, gegen das Licht hielt, dann am Wein schnupperte um ihn anschließend zu genießen, erfreute ich mich an diesem durchaus gelungenen Nachmittag und nahm zum Abschluss dankend einen der tollen Kaffees entgegen. Glücklich und ein bisschen angeheitert ging es mit der Bahn zurück ins Tal.



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Autor

Svea

Svea ist als gebürtige Wuppertalerin (das ist die Stadt mit der schönen Schwebebahn) das momentane „Nordlicht“ bei der SiMo. Nach 9 Semestern in den Bereichen Tourismus und Sport, die sie zeitweise in den Niederlanden, der Schweiz, Garmisch-Partenkirchen und Köln verbrachte, ist Svea nun im Montafon gelandet. Zuerst absolvierte sie ein Praktikum im Bereich der Sommerentwicklung und Bergerlebnisse, jetzt ist sie Teil unseres Marketing Teams. In dieser Position wird sie immer mal wieder über ihre Erfahrungen und Erlebnisse bei der SiMo berichten und Euch über Neuheiten auf dem Laufenden halten. Wenn sie nicht im Büro ist, trifft man sie schon mal als Nikolaus oder Tannenbaum auf der Piste an...