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Safety first on the powderday

Aufgrund von Zeitmangel kann ich diesen Winter meine bisherigen Tage auf dem Board mit einer Hand abzählen. Dafür waren diese wenigen Tage genial. Einer dieser Tage war der Dienstag, 23. Jänner. Die Tage davor gab es in Österreich extrem starke Schneefälle. Begleitet wurden diese leider von Regenschauer auf bis zu 2000m und sehr starkem Wind, was die Lawinenwarnstufe in Vorarlberg stellenweise bis auf 5 anschwellen ließ. Aufgrund der Wettersituation mussten somit einige Lifte im Montafon bis Dienstag außer Betrieb bleiben. Daraufhin ergab sich für uns somit eine Möglichkeit auf unverspurte Neuschneehänge. 

Mein Buddy Irian (Snowboardguide http://www.irianvanhelfteren.com) und ich starten den Tag also mit einem Wetter und Lawinencheck. Die verlässlichsten Informationen bekommen wir über die Zamg.ac.at und über Lawine.at. Die Lawinensituation dürfte durch die Schneesetzung zwar etwas entschärft sein, doch ist immer noch groß (Stufe 4). Bei dieser Warnstufe ist klar, dass Leute ohne Lawinenausrüstung (LVS-Gerät, Sonde, Schaufel und am besten ABS Rucksack) im Gelände nichts verloren haben. Zudem ist große Erfahrung in der Beurteilung der Lawinensituation vor Ort nötig bevor man sich ins Gelände begibt. Mit einem Ski- oder Snowboardguide ist man ansonsten immer auf der sicheren Seite. 

Unter Umständen muss bei Lawinengefahr jeder Hang vor dem einfahren neu beurteilt werden. Dazu gehört auch das Untersuchen von Schneeprofilen. Wir sind dabei auf die unterschiedlichsten Bedingungen gestoßen. Eingewehte Rinnen, Nassschnee, Neuschnee auf nassem Schnee etc… Doch wurden wir auch stellenweise mit sicheren Bedingungen belohnt, mit denen wir eigentlich gar nicht gerechnet hatten. Zur Sicherheit sollte man außerdem immer den Auslauf des Hanges in Betracht ziehen und sich vor Befahrung gewisse „Safety Spots“ suchen. 

Unsere Erwartungen für den Tag waren eigentlich, dass wir die gesicherten Pisten nicht verlassen werden können. Da wir jedoch auch sicheres Gelände vorfinden konnten, wurden wir mit einem perfekten Powdertag bei besten Verhältnissen und Sonnenschein belohnt. Die Unmengen an Schnee machten dazu auch Sprünge über hohe Cliffs möglich. Ein perfekter Tag. 

(Fotos: Irian van Helfteren)



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Autor

Marcel

In Salzburg aufgewachsen wurde 2006 Innsbruck dann durch das Studium zur Wahlheimat. Man munkelt, dass es bereits damals etwas mit den Bergen auf sich hatte. In Innsbruck konnte Marcel sich fast 10 Jahre intensiv in den Bergen austoben und bestritt daneben erfolgreich Freeride Wettbewerbe. Seit 2015 ist er beruflich in Vorarlberg und kennt die Silvretta Montafon von den Open Faces Freeride Contests, wo er bereits zwei Mal am Podium stehen durfte. Vom Gebiet begeistert, ist die Silvretta Montafon nun das Freeridegebiet erster Wahl für ihn.