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MTT 26 Teilnehmerin bei Valisera Bahn Talstation in der Silvretta Montafon | © Silvretta Montafon - Sara Kluber
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Montafon Totale Trail: Lohnt sich das Trailrun-Event?

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Teilnehmer des MTT 26 laufen hintereinander auf dem Trail in der Silvretta Montafon | © Silvretta Montafon - Sara Kluber
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Meine persönliche Erfahrung auf der 16-km-Strecke

So lief mein Renntag ab

Der Startbereich an der Talstation der Valisera Bahn ist sehr groß. Es gab genug Platz zum Aufwärmen, ausreichend Klos und zum Start hat sogar ein richtig guter DJ aufgelegt. Doch dann ging’s direkt zur Sache: Der erste Anstieg führte überwiegend über breite Forstwege und schmale, wurzelige Wald- und Wiesenpfade sehr steil nach oben. Genau hier zeigt sich, wer im Vorfeld trainiert hat und wer nicht. Rückblickend waren für mich Bergintervalle und lange Speed-Hikes mit ordentlich Höhenmetern die mit Abstand sinnvollste Vorbereitung.

Danach folgte eine nun deutlich flachere Schleife mit einem kurzen Downhill in schöne Novatal hinein (ca. 200 hm bergab). Für mich der entspannteste Abschnitt der ganzen Runde. Ideal zum Durchatmen und Tempo aufnehmen. Anschließend zog der zweite, wieder steilere Anstieg an und die Wege wurden nun langsam steiniger und alpiner.

Der schönste Streckenabschnitt kam dann zum Schluss: ein schmaler Grat kurz vor dem Ziel mit absolutem Traumpanorama. Einfach Bergkino pur! Hier vergisst man schnell für einen Moment, wie müde die Beine schon sind.

Der Zieleinlauf selbst liegt dann direkt am großen Bergrestaurant Nova Stoba und ist einfach der Wahnsinn. Hunderte Leute jubeln einem zu und für jeden Finisher gibt’s sogar eine Medaille. Und zwar keine schnöde Holzmedaille wie bei so manch anderen Events, sondern ein richtig hochwertiges Teil.

Meine Laufzeit lag am Ende bei 3 Stunden und 37 Minuten. Ich hatte mir 4 Stunden als Ziel gesetzt und war umso glücklicher, dass ich dann doch ein gutes Stück schneller war.

Mein Fazit zur 16-km-Strecke

Ich würde mich als mittelmäßige Läuferin mit viel Bergerfahrung bezeichnen und für mich war die 16-km-Strecke somit ideal, um ins Trailrunning-Event-Format reinzuschnuppern. Wer bisher nur im Flachen unterwegs war und mit Höhenmetern noch fremdelt, sollte vorher unbedingt an der Bergfitness arbeiten, sonst wird’s ein langer anstrengender Tag.

Wie schwierig ist der Montafon Totale Trail wirklich?

Losgelöst von den einzelnen Strecken und Distanzen stellt sich vor einem Trailrun immer folgende Frage: Wie hart ist das Ganze wirklich? Ich gehe jetzt für dich auf die entscheidenden Punkte ein.

Höhenmeter statt Kilometer

Der wichtigste Merksatz beim Montafon Totale Trail lautet: Nicht zwangsläufig die Kilometer machen die Musik, sondern die Höhenmeter sowie die Länge der Up- und Downhills. Es gibt Läufe mit vielen kurzen An- und Abstiegen und Läufe mit wenigen, dafür aber langen An- und Abstiegen. Der MTT gehört definitiv zu zweiterem. Die Up- und Downhills können je nach Distanz gerne mal 700 bis 1500 hm am Stück betragen. Genau daran solltest du deine Erwartung an Tempo und Zeit anpassen.

Gelände

Das Terrain ist abwechslungsreich und fordernd zugleich. Dich erwarten sanfte Almflächen, breite Forststraßen, schmale und wurzelige Waldpfade sowie alpine, steinige Gipfelgrate. Auf den langen Distanzen nimmt man außerdem mehrere Gipfel mit. Ein bisschen Freude an technischem Gelände solltest du also haben.

Trittsicherheit und Schwindelfreiheit

Trittsicherheit brauchst du auf allen Distanzen. Die Wege sind einfach zu uneben, um unkonzentriert zu laufen. Schwindelfrei musst du ab der 31-km-Distanz sein, spätestens dann kommen auch ein paar wenige ausgesetztere Passagen hinzu. Grundsätzlich gilt: Für alle Strecken solltest du Wandererfahrung und Ausdauer mitbringen, für die langen Läufe ab 31 km zusätzlich Erfahrung im alpinen Gelände.

Wetter

Das Wetter kann einen Trailrun ebenfalls schwieriger oder leichter machen. Regnet es, wird es rutschig auf Steinen sowie Wurzeln. Ist es dagegen zu heiß, schwitzt man ohne Ende und dehydriert schneller. Ich hatte bei meinem Lauf den ganzen Tag Sonne, keinen Wind und warme Temperaturen. Da der MTT immer Anfang Juli stattfindet, ist daher eher mit sonnigem Sommerwetter zu rechnen.

Verlassen solltest du dich darauf aber nicht. In den Bergen kann das Wetter blitzschnell kippen und Regen ist jederzeit möglich. In den höheren Lagen des Laufs wird es dann plötzlich richtig kalt. Genau deshalb gehören eine Regenjacke und dünne Handschuhe ins Gepäck.

Bei wirklich gefährlichem Wetter wie Sturm oder Gewitter wird der Lauf im Vorfeld abgesagt oder unterwegs ab- bzw. unterbrochen. Sicherheit geht hier klar vor.

Cut-off-Zeiten

Die Zeitlimits sind großzügig gesetzt. Wenn du kein Profi bist, aber regelmäßig trainierst, wirst du sie ohne Panik schaffen. Die genauen Cut-off-Zeiten für deine Distanz findest du ebenfalls auf der offiziellen MTT-Seite.

Kosten des MTT

Beim Startgeld staffelt der Veranstalter nach Anmeldezeitpunkt und Distanz: Wer früh bucht, zahlt spürbar weniger. Zum Early-Bird-Tarif (Stand für den Lauf 2027, Anmeldung bis 31. Dezember) sieht es ungefähr so aus:

  • Berglauf 10 km: ca. 30 €
  • Trail 16 km: ca. 48 €
  • Trail 31 km: ca. 58 €
  • Staffel 31 km: ca. 80 € (pro Team)
  • Ultra 45 km: ca. 60 €

Je näher der Renntag rückt, desto teurer werden die Startplätze und zum Schluss ist der Startpreis ca. 50% teurer. Daher unser Tipp: früh anmelden und sparen.

Ein schönes Extra: Die Fahrt mit der Gondel vom Berg zurück ins Tal ist für Läufer gratis.

Welche Ausrüstung braucht man?

Beim Trailrunning gilt: so wenig Ausrüstung und Gewicht wie möglich. Ein paar Teile sind aber trotzdem essentiell. Hier unsere praktische Checkliste für Einsteiger.

Grundausstattung:

  • Trailrunning-Schuhe
  • Laufweste*
  • Trinksystem mit mindestens 1 L (Trinkblase oder Trailrun-Flasks)
  • Gels* & Energieriegel nach Bedarf
  • Laufstöcke
  • Sonnenbrille
  • Cappy
  • Dünne Regenjacke
  • Sonnenschutz
  • Blasenpflaster*
  • Handy
  • bei entsprechender Wettervorhersage: dünne Handschuhe
  • Rettungsdecke* (meist nur bei längeren Distanzen)

Pflichtausrüstung:

Bei Trailrun-Events gibt der Veranstalter immer eine offizielle Pflichtausrüstung vor. Diese kann je nach Distanz variieren, ähnelt aber meistens unserer Liste. Pflichtausrüstung wird in der Regel vor dem Start kontrolliert. Da sich die Vorgaben ändern können, prüfe die genaue Pflichtliste für deine Distanz unbedingt kurz vor dem Event auf der offiziellen Seite des Montafon Totale Trails.

Ausrüstung eines MTT 26 Teilnehmers der Silvretta Montafon | © Silvretta Montafon - Sara Kluber
Ausrüstung MTT 26 - Silvretta Montafon | ©Silvretta Montafon - Sara Kluber

Verpflegung während des Laufs

Um die Verpflegung musst du dir beim MTT keine großen Sorgen machen. Etwa alle 5 bis 6 Kilometer wartet eine Labestation und das Angebot ist sehr gut: Gels, Obst, Riegel, Kartoffeln und verschiedene Getränke stehen bereit (von Wasser über isotonische Drinks bis zu Cola).

In der Regel reicht diese Versorgung völlig aus, um gut durchzukommen. Zur Sicherheit würde ich dir trotzdem raten, zwei bis drei eigene Gels einzupacken. Am besten Sorten, von denen du sicher weißt, dass du sie gut verträgst.

Ich habe mich selbst bei jeder Station bedient und bin damit prima über die Runden gekommen. Wenn ich persönlich etwas ändern würde, dann höchstens, an den frühen Stationen etwas disziplinierter zu trinken, statt erst bei aufkommendem Durst.

Organisation & Ablauf

Die Organisation war eine der ganz großen Stärken des ganzen Wochenendes. Der Reihe nach an konkreten Kriterien festgemacht:

  • Startnummernausgabe: entweder am Tag davor in St. Gallenkirch ab 16:00 Uhr oder am Renntag selbst eine Stunde vor dem jeweiligen Start.
  • Briefing: findet rund 20 Minuten vor dem Start statt. Hier werden wichtige Infos zu Wegführung, Versorgungsstationen & Co. erklärt.
  • Beschilderung: war auf der 16-km-Strecke extrem gut. Verlaufen ist schlicht unmöglich. Für die anderen Distanzen können wir es nicht aus erster Hand beurteilen.
  • Helfer: stehen zuverlässig an allen neuralgischen Punkten und weisen den Weg.
  • Zielbereich: liegt an Bergrestaurant Nova Stoba und ist ein kleines Highlight für sich. Hier gibt es auch nochmal einen großen Versorgungspunkt mit Essen, Getränken und sogar kostenlosen Massagen. Wer mag, kann außerdem direkt im Bergrestaurant einkehren.
  • Gepäck: wird auf allen Distanzen kostenlos ins Ziel zur Nova Stoba transportiert.
  • Duschen und Umziehen: ebenfalls im Bergrestaurant möglich.
  • Kommunikation vor dem Event: Auch sehr gut. Alle Infos kamen rechtzeitig per Mail und bei Rückfragen konnte man problemlos nachhaken.

Mein Urteil: Die Organisation ist rundum stark durchdacht, gut betreut und sehr läuferfreundlich.

Lohnt sich das Event auch für Begleitpersonen?

Ein Punkt, der oft untergeht: Der MTT taugt auch für alle, die nicht selbst an den Start gehen. Marco war diesmal leider nicht dabei und kann dadurch ehrlich aus Zuschauerperspektive berichten.

Denn auch als Nicht-Läufer lohnt es sich, Teile der Strecke zu laufen und die Teilnehmer anzufeuern. Am meisten los ist im Startbereich, an den Versorgungspunkten, am Grat kurz vor dem Zieleinlauf und natürlich beim Ziel selbst. Dort geht wirklich die Post ab! Zwischen den Zuschauerpunkten bewegst du dich entweder zu Fuß oder ganz bequem mit den Bergbahnen.

Und wenn die Begleitperson gerade nicht anfeuern will? Auch dann wird es nicht langweilig: eine kleine Wanderung, gemütlich einkehren in der Nova Stoba, sich kostenlos massieren lassen oder einfach im Wellnesshotel entspannen sind gute Alternativmöglichkeiten. Als gemeinsames Wochenende funktioniert der MTT damit hervorragend, auch wenn der Partner nicht mitlaufen möchte oder kann.

Hotelempfehlung: Sporthotel Silvretta Montafon

Ein Läufer hat andere Anforderungen an eine Unterkunft als ein normaler Gast. Daher sind wir im Sporthotel Silvretta Montafon gelandet. Es befindet in Gaschurn, nur rund fünf Gehminuten von der Versettla Bahn entfernt. Die Bergstation der Bahn liegt dann direkt am Zieleinlauf, heißt: nach dem Lauf fährst du ganz gemütlich mit der Gondel runter und stehst quasi direkt vor der Hoteltür. Gaschurn selbst ist ruhig und gemütlich, mit ein paar guten Restaurants. Zum Start des gewählten Laufs bist du dann je nach Distanz zwischen 5 und 20 Auto- oder Busminuten unterwegs.

Für Läufer besonders praktisch: Das Frühstück startet bereits um 7:15 Uhr mit reichlich Auswahl, um die Kohlenhydratspeicher nochmal gut zu füllen. Die Zimmer sind sehr schöne „Bergzimmer“ mit viel Holz, modernen Bädern und teils Balkon mit Bergblick. Bei uns war es nachts angenehm ruhig und richtig dunkel im Zimmer. Das kennen wir aus anderen Hotels so nicht immer, eine Schlafmaske für komplett dunklen Schlaf empfehlen wir sicherheitshalber trotzdem.

Nach dem Lauf trumpft das Sporthotel mit einem großen, wunderschönen Wellness-Bereich auf: mehrere Saunen, Pool, Kaltwasserbecken, Kneipp und richtig gemütliche Liegebereiche sind ideal, um die müden Beine zu verwöhnen. Dazu kommt ein gut ausgestatteter Fitnessbereich mit Lang- und Kurzhanteln, Multigeräten und Laufbändern. Beim Abendessen lässt sich eine leckere Halbpension mit 3-Gänge-Menü dazubuchen. Und der Service? Sehr aufmerksam und immer freundlich. Wir haben sogar ein kostenloses Zimmer-Upgrade bekommen!

Unser Fazit: Das Sporthotel ist eine 4-Sterne-Sport- und Wellnessunterkunft und damit die richtige Wahl, wenn du das Event mit einem kleinen Wellness-Kurzurlaub verbinden willst. Wir sind danach auch noch ein paar Tage geblieben und haben es total genossen!

Parken & Öffis

Ums Parken musst du dir keine großen Gedanken machen, da es an allen Startorten genügend kostenlose Parkmöglichkeiten gibt. Trotzdem gilt: lieber etwas früher da sein, da der Montafon Totale Trail immer am Samstag stattfindet und viele Zuschauer anlockt. 

Für die Rückfahrt ist ebenfalls gesorgt: Vom Zielort an der Talstation der Versettla Bahn bringen dich Shuttle-Busse wieder zurück zu den Startorten.

Vor- & Nachteile des Montafon Totale Trails

Das spricht dafür:

  • beeindruckende Landschaft und wunderschöne Bergwege
    fünf Distanzen von 10 bis 45 km – für fast jedes Level was dabei
  • starke, durchdachte Organisation
  • motivierende Stimmung von Start bis Ziel
  • ideale Kombination aus Sport und Kurzurlaub
  • Staffeloption für Teams
  • schöne Wellnesshotels in der Region

Das solltest du Bedenken:

  • recht steile, lange An- und Abstiege
  • auf den kurzen Distanzen (10 & 16 km) gibt es kaum Downhill. Ich mag’s, aber es ist nicht jedermanns Sache.

Ehrliches Fazit

Lohnt sich der Montafon Totale Trail nun am Ende? Meine Antwort ist „Definitiv“! Aber nur wenn du wie ich Höhenmeter liebst, Bergerfahrung mitbringst und dir Landschaft und Erlebnis sehr wichtig sind. Dann bekommst du hier ein rundum starkes Event mit Traumkulisse und toller Organisation. Für reine Flachland-Läufer ohne Lust aufs Steile ist der MTT dagegen eher eine Nummer zu groß.

Ich für meinen Teil hab’s geliebt und beim nächsten Mal wage ich mich vielleicht sogar an die 31 km!

Zum Original Beitrag
drei MTT 26 Teilnehmer die hintereinander den Trail hinaufgehen in der Silvretta Montafon | © Silvretta Montafon - Sara Kluber
MTT 26 Trailrunner - Silvretta Montafon | ©Silvretta Montafon - Sara Kluber
Bei MTT der Silvretta Montafon werden auf Hütte lädierte Teilnehmer behandelt  | © Silvretta Montafon - Sara Kluber
MTT Behandlungen - Silvretta Montafon | ©Silvretta Montafon - Sara Kluber
Tisch mit geschnittenen Wassermelonen, Bananen, Orangen, Gurken und Äpfeln | © Silvretta Montafon - Sara Kluber
Labestation beim MTT 26 - Silvretta Montafon | ©Silvretta Montafon - Sara Kluber
unterdachter Swimmingpool hinter dem graue Liegen stehen | © Silvretta Montafon - Sara Kluber
Swimming Pool MTT 26 - Silvretta Montafon | ©Silvretta Montafon - Sara Kluber
Frühstücks Buffet eines Hotels beim MTT 26 in der Silvretta Montafon | © Silvretta Montafon - Sara Kluber
Morgen Buffet Hotel MTT 26 - Silvretta Montafon | ©Silvretta Montafon - Sara Kluber
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