Seetal: Ein Ort, an dem die Zeit etwas langsamer vergeht
Zwischen Bergseen, Gipfeln und stillen Lieblingsplätzen
Es gibt Orte, die man nicht besucht, um möglichst viele Höhenmeter zu sammeln. Das Seetal ist so ein Ort. Hier rückt das Tempo in den Hintergrund. Stattdessen begleiten dich das leise Rauschen der Bäche, das Pfeifen der Murmeltiere und immer wieder der Blick auf einen der Bergseen, die dem Tal seinen Namen geben.
Jeder See hat seinen eigenen Charakter. Genau das macht eine Wanderung durchs Seetal so abwechslungsreich.
Herzsee – klein, ruhig und fast ein wenig versteckt
Der Herzsee ist oft der erste Ort, an dem viele Wandernde eine längere Pause einlegen. Das Wasser liegt ruhig zwischen den Wiesen und Felsen, während sich die umliegenden Gipfel darin spiegeln. Wer hier ankommt, merkt schnell, dass das Seetal kein Ort für Eile ist. Man setzt sich ans Ufer, genießt die Aussicht und lässt den Blick über die Landschaft schweifen.
Schwarzsee – ursprünglich und still
Nur wenige Schritte weiter verändert sich die Landschaft. Der Schwarzsee wirkt rauer und ursprünglicher. Die dunklere Wasseroberfläche bildet einen spannenden Kontrast zu den hellen Felsen und den grünen Hängen. Je nach Wetter verändert sich seine Stimmung fast stündlich – mal spiegelglatt, mal geheimnisvoll unter vorbeiziehenden Wolken.
Kälbersee – den Bergsee vom Stand-up-Board erleben
Der Kälbersee ist wohl der außergewöhnlichste der drei Seen. Hier kannst du die Bergwelt nicht nur vom Ufer aus erleben. Beim Stand-up-Paddling gleitest du lautlos über das Wasser und entdeckst den See aus einer Perspektive.
Gerade am Morgen, wenn der See noch ruhig ist und sich die Gipfel im Wasser spiegeln, entsteht eine besondere Atmosphäre. Direkt am Ufer stehen die Stand-up-Paddle-Boards kostenlos bereit. Wenn das Wetter mitspielt, kannst du dir einfach ein Board nehmen, aufs Wasser hinausgleiten und deinen stillen Moment genießen.
Eine unkomplizierte Pause im Seetalhüsli
Nach der Wanderung oder einer Runde auf dem Stand-up-Board lohnt sich ein Halt beim Seetalhüsli. Statt einer klassischen bewirtschafteten Hütte erwartet dich hier ein Selbstbedienungs-Kühlschrank mit Getränken und kleinen Snacks.
Gerade diese Einfachheit passt zum Seetal. Du nimmst dir eine Erfrischung, suchst dir einen Platz vor der Hütte und genießt die Ruhe, bevor der Rückweg ins Tal beginnt.
Mein Tipp
Nimm dir für das Seetal mehr Zeit, als der Tourenplan vorgibt. Die schönsten Momente entstehen oft nicht beim Weitergehen, sondern dann, wenn du einfach kurz stehen bleibst. Am Herzsee, am Schwarzsee oder später auf dem Stand-up-Board am Kälbersee. Genau diese Mischung aus Bewegung, Natur und kleinen Pausen macht den Reiz des Seetals aus.
So erreichst du das Seetal
Je nachdem, wo du deine Wanderung beginnen möchtest, erreichst du das Seetal auf unterschiedlichen Wegen.
Vom Hochjoch in Schruns
Mit der Hochjoch Bahn oder der Zamang Bahn gelangst du zur Bergstation am Hochjoch. Von dort bringt dich die Sennigrat Bahn noch ein Stück höher. Anschließend wanderst du gemütlich zur Wormser Hütte und weiter ins Seetal. Schon nach kurzer Zeit begleiten dich der Herzsee und der Schwarzsee auf deinem Weg.
Vom Grasjoch in St. Gallenkirch
Auch von der anderen Talseite erreichst du das Seetal. Die Grasjoch Bahn und anschließend die Hochalpila Bahn bringen dich auf über 2.300 Meter. Von dort führt der Panoramaweg Richtung Kreuzjoch und weiter zur Wormser Hütte. Unterwegs genießt du weite Ausblicke auf die Gipfel der Silvretta und des Verwall, bevor der Weg ins Seetal hinunterführt.
Der Seetalweg
Der Seetalweg verbindet die schönsten Plätze des Tals auf einer abwechslungsreichen Wanderung. Unterwegs passierst du den Herzsee, den Schwarzsee und den Seetalsee. Die Tour lässt sich sowohl vom Hochjoch als auch vom Grasjoch aus starten und eignet sich ideal für einen genussvollen Tag in den Bergen.