Annika 0 Bergerlebnisse, Bergsommer, Bergabenteuer

Alpines Campen

Eine Nacht im Zelt ist ohnehin immer etwas ganz besonders, aber wenn man diese am Berg - den Sternen ganz nah – verbringen kann, dann wird es wirklich zu einer unvergesslichen Erfahrung. Heute darf ich mit zum Alpinen Campen in der Silvretta Montafon und freue mich wie ein kleines Kind…

Die letzten Wanderer sind bereits ins Tal zurückgekehrt. Es wird still. Ein sanfter Wind rauscht über die Alpwiesen. Der Berg kommt zur Ruhe.

Wir sind eine kleine Gruppe von neun Personen, die sich für das Bergerlebnis Alpines Campen angemeldet haben. Unser Guide Manni erwartet uns um 16 Uhr an der Versettla Bahn Bergstation in Gaschurn. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde heißt es zuallererst Ausrüstung checken. Manni versorgt alle Teilnehmer mit Zelten, Isomatten, Schlafsäcken, Stirnlampen und Klettergurten. Im benachbarten Bergrestaurant Nova Stoba holen wir unseren Proviant für den Abend ab. Chefkoch Kurt Woltsche und sein Team haben bereits alles für unseren Abendschmaus bereitgestellt: angefangen von marinierten Fleischspezialitäten, über Weckgläser mit geschmackvoll graniertem Kartoffelsalat und selbstgemachter Senfsauce, bis hin zu selbstgebranntem Schnaps. Das Abenteuer kann losgehen!

 

Klettersteig Burg

Wir marschieren den steilen Hang Richtung Burgkopf hinauf. Manni zeigt uns den Platz, an dem wir später unsere Zelte aufbauen werden. Zuvor wollen wir aber den Klettersteig Burg bezwingen, auch das ist Teil des Bergerelbnis. Der Einstieg liegt etwa eine halbe Stunde Fußmarsch entfernt. Rein in den Gurt und ran an die Karabiner! Nach einer Einführung in die Grundtechniken erklimmen wir die ersten Klippen. Der Klettersteig ermöglicht uns atemberaubende Blicke auf die Heimspitze, Madrisella, Versettla und die dahinter liegenden mächtigen 3000er der Silvrettagruppe. Sogar der blitzblaue Kops Stausee ist von hier aus zu sehen! Auf einem Fels in der Ferne erspähe ich die Umrisse einer Gams.

 

Sonnenuntergang und Lagerfeuer

Als langsam die Dämmerung ins Tal zieht, schlendern wir auf dem Panoramaweg zu unserem Lager zurück. Uns steht noch einiges an Arbeit bevor: Holz sammeln, Feuer machen, Zelte aufbauen und Essen vorbereiten. Ich fange noch die letzten Sonnenstrahlen mit meiner Kamera ein, bis mir ein herrlicher Geruch von Grillfleisch entgegenweht.

In einer gemütlichen Runde sitzen wir rund ums Lagerfeuer und genießen allerhand gute Dinge vom Grill - die Zivilisation weit entfernt. Nach einem gemütlichen Abend mit netten Gesprächen ziehen wir uns in die Zelte zurück.

 

Ein neuer Tag beginnt

Diese Ruhe und die Gewissheit fern ab von allem anderen zu sein, ist eine ganz neue Erfahrung für mich und den Rest der Gruppe. So fühlt sich für mich Freiheit an. Um 06.30 Uhr kitzeln mich die ersten Sonnenstrahlen an der Nase. Ich schaffe es gerade noch mit meiner Kamera vor das Zelt, bevor die Sonne gänzlich zu sehen ist genieße schweigend das einzigartige Gefühl ganz alleine am Berg zu sein. In diesem Augenblick bleibt die Zeit stehen. Mein Magen ist dagegen: die Uhr dreht sich weiter und ich bekomme Hunger. Wir bauen gemeinsam das Lager ab und machen uns auf den Weg Richtung Nova Stoba. Dort wird ein ausgiebiges, geradezu kaiserliches Frühstücksbuffet aufgetischt. Wir sitzen allesamt auf der Terrasse und lassen dieses unvergessliche Erlebnis Revue passieren.

 



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Autor

Annika

Ich mag die Berge. Sehr sogar. Noch lieber, wenn sie mit Schnee bedeckt sind. Skifahren ist für mich das Größte und der Winter meine Jahreszeit. Bin im Montafon aufgewachsen. Dann war ich in der ganzen Welt unterwegs. Habe 5 Jahre in Innsbruck studiert. 2015 bin ich ins Montafon zurückgekommen, weil ich im Marketing-Team der Silvretta Montafon das tun kann, was ich gerne tue: anderen zu vermitteln, dass es nichts schöneres gibt, als Zeit in den Bergen zu verbringen!